Tag: Reisebericht (page 2 of 3)

Holi, Hindus und hinterlistige Bakterien in Kathmandu

Ich lande am späten Abend erstaunlich sanft in Kathmandu und besorge mir erst mal eine der kostenlosen Simkarten, die am Flughafen an Touristen verteilt werden. Dann fahre ich mit einem vermutlich überteuerten Taxi zu meinem Hostel. Ich gehe noch eine Runde durchs Viertel, esse einen Falafel-Wrap, trinke ein Bier und unterhalte mich mit ein paar Einheimischen. Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern, die ich bisher besucht habe, kommen mir die Leute hier vom ersten Eindruck gleich ein wenig ehrlicher vor, viele sprechen mich an und keiner von ihnen will mir etwas verkaufen. Die Sache mit dem Schlafsaal habe ich mir nicht gut genug überlegt, einer meiner Zimmergenossen hustet die ganze Nacht, als würde er gleich sterben und ich bekomme nicht sonderlich viel Schlaf – deshalb ziehe ich gleich am nächsten Morgen in eine andere Unterkunft, wo ich ein Einzelzimmer bekomme. Im Laufe des Tages treffe ich dann auch die bekannten Gesichter aus der Heimat, welche ebenfalls gerade hier sind: Wiete, Wenke und Eva – außerdem lerne ich gleich noch Luis (Evas Freund aus Spanien) und dessen Cousine Rocio kennen. ganzen Beitrag anzeigen

Mit dem Zug gen Istanbul

Die Bilder in diesem Beitrag sind mit einer Leica M6 entstanden, deren Innenbelichtungsmesser – wie ich nachher erfahren musste – kurz vor der Reise kaputt gegangen ist. Deshalb sind fast alle schrecklich unterbelichtet und dieser Artikel enthält sehr viel weniger Fotos, als gedacht – nämlich diejenigen, auf denen man zumindest etwas erkennt. Farbfotos: Fuji Velvia 100. Schwarzweißfotos: Agfa Scala push auf 1600. Objektiv: Voigtländer Nokton 35mm 1.2.

Tag 1 – Start

Mit dem Zug einmal quer durch Osteuropa (mit Zwischenstopp in Belgrad) und dann in Istanbul mit Johanna, Berni und Laura zusammentreffen, um den Jahreswechsel zu zelebrieren – das ist der Plan. Der Zug ab Dresden hat schon starke Verspätung, irgendwas mit einer defekten Bremsanlage oder so. Die Bahnangestellten scheinen sich gern gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, denn als ich den Schaffner auf deutscher Seite frage, ob der Anschlusszug in Prag wartet, sagt dieser nur „das müssen Sie dann mit den Tschechen klären“ und hinter der Grenze wird mit einer Durchsage klargemacht, dass der Zug verspätet ist, weil er schon verspätet aus dem Ausland kam. Aha, danke. Somit habe ich dann einen kurzen Zwangsaufenthalt in Prag, der sich bei frühlingshaftem Wetter aber durchaus aushalten lässt. ganzen Beitrag anzeigen

Gefangen im ewigen Eis – Islands Norden im März 2014

Nachdem wir ein paar Tage bei Unnur in Kópavogur und Reykjavík verbracht und bei grausigem Wetter die Naturwunder rund um die Hauptstadt begutachtet haben, fahren wir gen Norden, um dort im Sommerhaus von Unnurs Familie zu hausen. Es hat einen Grund, warum es ein Sommerhaus ist, aber dazu später mehr.  ganzen Beitrag anzeigen

Skåne

Nach einer recht kurzen Nacht auf den harten Plastikstühlen der Autofähre fahren wir irgendwo zwischen Trelleborg und Ystad rechts ran, um im nebligen Morgengrauen auf den zurückgelehnten Autositzen noch mal zwei, drei Stunden zu schlummern. Wie in einem dunkelgrauen Auto nicht anders zu erwarten, werden wir zwischen acht und neun von der Sonne herausgekitzelt und machen Frühstück am doch sehr ansehnlichen und angenehm ruhigen Strand. Danach statten wir der kleinen, aus der Krimiserie Wallander bekannt gewordenen Stadt Ystad einen kurzen Besuch ab, aber hauptsächlich um Geld abzuheben und schwedische Kekse zu kaufen. Gegen frühen Nachmittag kommen wir in das Dorf Skillinge, welches mir in der Woche zuvor ein gebürtiger Schwede empfohlen hat, der über eBay Kleinanzeigen einen Teppich von mir erstanden hat. Es ist wirklich äußerst nett dort, es gibt einen kleinen Hafen mit Segelbooten und typische schwedische Häuser mit unendlich liebevoll gestalteten Gärten. Wir machen – wie die kommenden drei Wochen fast jede Nacht – Gebrauch vom Jedermannsrecht, schlagen unser Zelt am Strand auf, kochen Nudeln und gehen relativ früh schlafen.  ganzen Beitrag anzeigen

Phong Nha-Ke Bang Nationalpark und die längste Höhle der Welt

Wir verbringen einen Tag (say whaaat?) im Nationalpark. Ursprünglich sollten es mindestens drei werden, aber das Wetter, das Taifun Hagupit nach Vietnam gebracht hat, lässt durchaus zu Wünschen übrig. Aus einer Dschungeltour, Gibbon-Sichtungen und Fahrradfahren entlang der türkisen Flüsse wird also nichts und wir reduzieren unseren Besuch auf das, wofür der Park am berühmtesten ist: Thien Duong (Paradise Cave), mit 31km die längste Trockenhöhle der Welt. Wir kaufen uns Regenponchos und legen anfangs hochmotiviert, später etwas weniger, die 25km bis zum Eingang der Höhle auf dem Automatikroller zurück. Dass das gute Stück jedes Mal ausgeht, wenn ich kein Gas mehr gebe, macht die Fahrt nicht angenehmer, aber irgendwann sind wir dann da. ganzen Beitrag anzeigen

Ninh Binh und Tam Coc, die „trockene Halong-Bucht“

Wir kommen nach einer durch ein spitzenmäßiges älteres Ehepaar aus England sehr interessanten Bus-Taxi-wasauchimmer-Fahrt (ich werde das mit den Verkehrsmitteln hier nie verstehen) in Ninh Binh an und die Stadt ist die Hölle. Die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich etwas anstrengender als erwartet, aber nach einer Weile kommen wir in einer vergleichsweise ruhigen Nebenstraße unter, auf der auch der Lebensmittelmarkt stattfindet. Dort findet man zwischen Obst und Gemüse, eingepferchten Hühnern und Fischen auch immer mal – um endlich wieder richtig Klischees zu bedienen – Hund. Wir verzichten und kaufen uns lieber die zwei leckersten Mangos aller Zeiten. Am Abend finden wir eher zufällig, nachdem unsere bisherige Suche nach Restaurants eher ernüchternd war, das schicke „Times Café“, wo es für ziemlich wenig Geld erstaunlich gute Burger und Pizza gibt (ja, nach zwei Monaten Reis hat man tatsächlich auch mal Lust auf etwas anderes). ganzen Beitrag anzeigen

In der Bucht: Cat Ba Island

Cat Ba ist eine recht touristische Insel am Rande der Halong-Bucht, aber das macht sich während unserer Zeit hier hauptsächlich durch die beachtliche Auswahl an riesigen Hotelkomplexen bemerkbar und nicht etwa durch viele Reisende. Im Gegensatz zu den wärmeren Nachbarländern, wo die Hauptsaison gerade erst beginnt, sind im Norden Vietnams im Dezember tatsächlich keine wirklichen Badetemperaturen, was unseren Aufenthalt äußerst angenehm macht. Wir haben dreieinhalb Tage Zeit, die Insel und ihre Umgebung zu erkunden. ganzen Beitrag anzeigen

Ankunft in Vietnam: Dien Bien Phu – Sapa – Hanoi

Der Bus fährt von Muang Khua gute zwei Stunden bergauf, wo sich mitten in den Bergen die vietnamesische Grenze befindet. Der Papierkram verläuft recht geradlinig, wir haben ja unser Visum schon. Kurz nach der Grenze geht es wieder bergab Richtung Dien Bien Phu. Schon im Bus wird klar, die Vietnamesen sind ein komplett anderes Völkchen als die Laoten. Sie sind laut und direkt, manchmal ein wenig anstrengend, aber irgendwie auch witzig. In Dien Bien Phu dann der klare Schlussstrich der laotischen Entspannung. Der Verkehr und das endlose Gehupe erinnern an Bangkok, nur dass Bangkok eine Hauptstadt mit über sechs Millionen Einwohnern ist und Dien Bien Phu ein 70.000-Seelen-Städtchen. Zum Glück haben wir hier nur einen Zwischenstopp, um 18:30 Uhr mit dem Nachtbus weiter nach Sapa zu fahren und zwischen bergigen Reisterassen zeitlose Dörfer zu besuchen. So ist zumindest der Plan. ganzen Beitrag anzeigen

Nong Khiaw & Muang Ngoi Neua

Weg von Luang Prabang mit seinen zwei schönsten Badestellen aller Zeiten geht es mit dem Bus nach Nong Khiaw – eine idyllische Kleinstadt am Nam Ou, relativ touristisch, aber in keinster Weise vergleichbar mit Vang Vieng oder Luang Prabang. Kurz nach der Ankunft machen wir uns auf den Weg zur Aussichtsplattform, um von dort den Sonnenuntergang zu sehen. Das Schild sagt, es seien 90 Minuten Fußmarsch – auch wenn das etwas großzügig berechnet sein mag, ist es ein sehr, sehr anstrengender Weg. Ich bin mehrmals kurz davor, das indische Essen von vorhin wieder herauszubringen – nicht etwa weil es nicht gut war, mir geht es einfach schon den ganzen Tag ein wenig im Magen herum. Oben angekommen weiß man plötzlich, warum man die Strapazen auf sich genommen hat. Ich will das nicht weiter beschreiben, ich sage nur, es lohnt sich. ganzen Beitrag anzeigen

Vang Vieng

Vang Vieng ist der Ballermann von Laos. Sozusagen. Hier treffen sich all die erlebnisorientierten Backpacker von heute, um sich endlich mal gründlich daneben zu benehmen. Zelebriert wird das Ganze tagsüber in Traktorschläuchen, in denen man auf dem Fluss von Bar zu Bar schwimmt, und abends ist dann quasi Afterhour in der Stadt bei Chartmusik. Zum Glück endet diese Szenerie gegen Mitternacht oder kurz später, weil bis dahin einfach das Limit bei den Meisten erreicht ist.

Warum sich ein Stopp hier trotzdem lohnt, ist einfach: Landschaft, Landschaft und noch mal Landschaft. Sobald man sich nur ein paar Meter aus der kleinen Stadt, in der praktisch kein einziges Haus nicht auf den Massentourismus umgerüstet wurde, herausbegibt, steht man vor einer Wand von Karstbergen, die in vielen Ebenen nach hinten hin immer mehr im Dunst verschwinden. Schön. Sehr. ganzen Beitrag anzeigen

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